pro grün

Viele Projekte waren erfolgreich, manche nicht. Immer wurde im Bündnis gehandelt, mit anderen Vereinen, Gremien und Personen. Ohne pro grün gäbe es manche Gebäude, manche Landschaftsteile in der heutigen Form nicht mehr. Manchmal genügen einige Tage der Verhandlung, manchmal dauert es Jahre. Pro Grün ist aufmerksam, ›stört‹, rettet, zum Wohle des Stadtbildes und der Landschaft. Immer wieder neu.

40 Jahre pro grün e.V.
Einladung zu einer unterhaltsamen und genussreichen Wanderung
mit Extrembotaniker Jürgen Feder

Gundermann und Mäusegerste – auf der Spur verkannter Schätze

Samstag, 20. Juni 2015 um 14.00 Uhr

Treffpunk Parkplatz vor dem Marktkauf Artur-Ladebeck-Straße 81, Bielefeld
Direkt an der Straßenbahnhaltestelle Friedrich-List-Straße

Liebe pro grün Mitglieder,

zum 40jährigen pro grün Jubiläum möchten wir Sie herzlich einladen, die Bielefelder Natur zusammen mit Ihren Verwandten, Bekannten, Freunden und Nachbarn von einer ungewöhnlichen Seite zu erleben. Eine zweistündige entspannte Wanderung führt uns durch Parks, Wälder und Felder, ein Stück des Bohnenbachs entlang und endet in der „Neuen Schmiede“ mit einem kleinen Imbiss.

Der aus Büchern, Funk und Fernsehen bekannte Jürgen Feder ist ausgewiesener Botanikexperte, der einen besonderen Sinn für die ungewöhnlichen und unterhaltsamen Pflanzengeschichten hat, die in wissenschaftlichen Veröffentlichungen gern verschwiegen werden. Das Internet bietet unter www.juergen-feder.de einen ersten Eindruck seiner besonderen Sicht auf die heimische Pflanzenwelt. Sehenswert ist auch sein Auftritt bei Stefan Raabs TV total, zu finden bei YouTube.

Der Rückweg von der „Neuen Schmiede“, Handwerkerstr. 7 in Bielefeld Bethel, zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung ist zu Fuß in 10 Minuten zu bewältigen.

Wir würden uns freuen, Sie gern auch mit weiteren Gästen auf unserer Jubiläumswanderung begrüßen zu dürfen.

Für den Vorstand

Regine Schürer
(Geschäftsführerin)

Presseartikel zu ›40 Jahre pro grün e.V.‹

Impressionen von der Wanderung

›NW-Artikel vom 17.06.2015 "Das Grüne Gewissen Bielefelds"‹

NABU-Stadtverband Bielefeld e.V.
Naturwissenschaftlicher Verein für Bielefeld und Umgegend e.V.
BUND-Kreisgruppe Bielefeld
pro grün Bielefeld e.V.

Bielefeld, im Januar 2015

Pressemitteilung

Vorschläge für das „Grobkonzept Obersee-Johannisbachaue“ aus Sicht des Naturschutzes

Mit dem beigefügten Positionspapier formulieren die vier Bielefelder Naturschutzverbände NABU-Stadtverband Bielefeld e.V., Naturwissenschaftlicher Verein für Bielefeld und Umgegend e.V., BUND-Kreisgruppe Bielefeld und pro grün Bielefeld e.V. Vorschläge zur weiteren Entwicklung des in letzter Zeit vieldiskutierten Landschaftsbereichs Obersee und Johannisbachaue im Bielefelder Norden zwi-schen der Engerschen und der Herforder Straße. Dieser Bereich ist für die Naherholung der Bielefel-der Bevölkerung und für den Naturschutz gleichermaßen von hoher Bedeutung und es gilt, beide Interessen bei der weiteren Entwicklung so auszutarieren, dass die Belange des Landschafts-, Natur- und Artenschutzes sachgerecht berücksichtigt werden.

Der Obersee ist für Wasservögel das wichtigste Brut- und Rastgebiet im weiten Umkreis, da gleichwertige und vergleichbar große Gewässer im Ravensberger Land nicht vorkommen. Er ist in seiner jetzigen Nutzung zugleich das wichtigste Naherholungsziel im Bielefelder Norden für Tausende von Menschen, die eine stille Erholung bevorzugen und sich an Landschaftsgenuss und Naturbeobach-tung erfreuen. Für beide Zielgruppen wäre eine weitere Intensivierung der Nutzung schädlich.

Die Johannisbachaue verfügt als alte Kulturlandschaft ebenfalls über ein reiches Naturpotenzial, das sich allerdings in den vergangenen Jahrzehnten in größeren Teilbereichen nicht angemessen entfalten konnte. Das Heckrinderprojekt zeigt, wie diese Potenziale durch eine gezielte Bewirtschaftung erschlossen und gleichzeitig als Besuchermagnet für die Naherholung genutzt werden können. Die hohe Akzeptanz in der Bevölkerung für diese Entwicklung hin zu einer stillen, naturnahen Erholung ist so offensichtlich, dass auch hier eine kommerzielle Intensivnutzung als Freizeitpark nachteilig wäre.

Die vier Bielefelder Naturschutzverbände begrüßen daher einhellig die Verabschiedung der breiten Mehrheit in Politik und Bevölkerung von dem Ziel eines Untersees und unterstützen die Aufstellung des neuen Grobkonzepts für ein Naturschutzgebiet in der Johannisbachaue mit dem Vorrang des Naturschutzes und der naturnahen Erholung sowie die damit verbundene Anpassung des Land-schaftsplans Bielefeld-Ost.

Die Kernforderungen der Naturschutzverbände dazu lauten:

  • Erhaltung der beliebten und vielgenutzten Naherholungsanlage Obersee mit weiterhin beruhigter Wasserfläche ohne weitere Nutzungsintensivierung
  • Weiterentwicklung der Johannisbachniederung zu einer attraktiven Naturerlebnis- und Naturschutzregion mit vielfältigen Angeboten zur stillen Naherholung.
Diese Kernforderungen werden im Positionspapier detailliert erläutert, präzisiert und begründet.

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Ansprechpartner für Nachfragen und v.i.S.d.P.:
NABU-Stadtverband Bielefeld, Dr. Jürgen Albrecht,
Hageresch 66, 33739 Bielefeld,
Tel. 0521-881483, Mail: jalbrecht.bielefeld@t-online.de

›Positionspapier „Grobkonzept Obersee-Johannisbachaue“ aus Sicht des Naturschutzes‹

Pro-Grün-Pressegespräch wg. Neumarkt

Konkrete Forderungen von Pro-Grün

Transparenz herstellen und Öffentlichkeit beteiligen (wurde bereits alles genehmigt?)

Grün- und Wegeverbindung ins Ostmannviertel erhalten (Schildbürgerstreich, wenn die auf den Kesselbrink zulaufende Achse verbaut würde)

Neumarkt als Platz erhalten und aufwerten (Grün und ggf. Wasser), Aufenthaltsqualität verbessern, Klimaausgleichspotential in Kernstadt-Wärmeinsel schaffen

Neumarkt künftig von PKW-Verkehr freihalten, insb. ruhender Verkehr

›NW-Artikel vom 14.08.2014 "Stadtreparatur am Neumarkt" "Neumarkt muss offen bleiben"‹

›Pro-Grün-Pressegespräch wg Neumarkt (33. KW 2014) Hintergrundpapier (Rhode-Jüchtern)‹

Pressemitteilung
Bielefeld, 14.09.2014

Umweltausschuss und Umweltdezernat müssen bleiben!

Zur Ratssitzung am 18. September stellt die BfB zwei Anträge, die den kommunalen Umweltschutz frontal angreifen.

  • Der Umweltausschuss soll abgeschafft werden.
  • Das Umweltdezernat soll abgeschafft werden.

Sparen ist das Hauptargument der BfB. In der Presse hat Johannes Delius genauer gesagt, wie er sich das vorstellt: Die Umweltdezernentin soll das vakante Sozialdezernat übernehmen, und die Ämter ihres Dezernats sollen dem Baudezernenten zugeschlagen werden. Mal abgesehen davon, dass Baudezernent Moss schon heute übermäßig ausgelastet ist und Frau Ritschel fachlich aus dem ökologischen, aber nicht aus dem Sozialbereich kommt, geht es der BfB vor allem darum, den Umweltschutz in unserer Stadt zu schwächen. Eine simple Überlegung belegt das: Herr Delius hätte ja auch vorschlagen können, das Baudezernat der Umweltdezernentin zuzuschlagen.

Nein: die BfB konnte mit ökologischen Themen noch nie etwas anfangen. Das Umweltdezernat, Naturschutz (z.B. in der Johannisbachaue), Baumschutz (z.B. der Schutz der Platanenallee an der Ravensberger Straße), all das war ihr immer schon ein Dorn im Auge. Und Umweltthemen sollen - bitteschön - im Stadtentwicklungsausschuss mit besprochen werden.

Umwelt- und Baupolitik einer Stadt stehen immer in einem 'natürlichen' Spannungsverhältnis zueinander. In einer kreisfreien Stadt wie Bielefeld, die nur wenig verplanbare Fläche hat, ist das besonders gravierend. Wo man bauen will, kann man nicht gleichzeitig Naturschutz betreiben, Biotope retten, Arten schützen und für die Bürgerinnen und Bürger das lebendige Grün erlebbar halten.

Der Plan der BfB ist einfach und durchschaubar. Wenn das große und mächtige Baudezernat den ohnehin schon schwachen Umwelt- und Naturschutz als Randaufgabe mitverwaltet, dann wird es noch leichter, Bielefeld für zweifelhafte Verkehrsprojekte und dubiose Investorenplanungen zu zubetonieren. Diese bekannte Konfliktstellung erfordert es, das Baudezernat und das Umweltdezernat innerhalb der Verwaltung fachlich selbständig zu führen und konflikthaltige Fragestellungen zwischen Bauen und Umwelt in der Verwaltungsspitze zur Entscheidung zu bringen.

Und Gleiches gilt für den politischen Diskurs.

pro grün e.V. plädiert nachdrücklich für die Beibehaltung des Umweltdezernates und tritt für einen separaten Umweltausschuss ein. Dieser sollte in seinen Kompetenzen gestärkt werden und beispielsweise in alle wichtigen Entscheidungen, die die freie Landschaft betreffen, einbezogen werden.

Michael Blaschke
Vorstand pro grün e.V.

Podiumsdiskussion zur
Kommunalwahl 2014, am
15. Mai 18 Uhr im Historischen Museum im Ravensburger Park

Die Partien zur Umwelt- und Naturschutzpolitik in Bielefeld

UNSERE FORDERUNGEN

Erholung im Grünen ermöglichen und Gesundheitsvorsorge vorantreiben

Die weitere Zunahme der Siedlungsund Verkehrsfläche eindämmen

Natur, Landschaft und Wald entwickeln

Klimaschutz zur Erreichung der CO2-Reduktionsziele verstärken

Boden- und Gewässerschutz gewährleisten

Öffentlichkeitsarbeit und naturpädagogische Angebote sichern und verbessern

›Umweltforderungen_Kommunalwahl‹


13.05.2013
pro grün ist für den Stadtbahnausbau,
aber die Trassen müssen passen …

Zwischen Jahnplatz und Adenauerplatz wird vermutlich die Trasse einer oberirdischen „Linie 1 neu“ verlaufen. Stellt sich die Frage, wo hier die notwendige Fläche gefunden werden kann.

Im alten Denken („Autogerechte Stadt“) wäre vermutlich der breite Grünstreifen zwischen den diversen Autospuren die sog. Planungsreserve – allerdings stehen hier im Verlauf der alten Wallanlage um die Altstadt Bäume, der „Grüne Stadtring“ nämlich.

In einem neuen Denken sollte also eine Alternative gefunden werden. Nach allen Erfahrungen mit einer kreativen Flächenbewirtschaftung (Stapenhorststraße, Detmolder Straße) für Individual- und Öffentlichen Nahverkehr reicht dafür die bislang – überaus üppig – versiegelte Fläche aus.1

Für die erste Runde des Bürgerdialogs, vor einer baldigen Grundsatzentscheidung im Rat und vor ungewollten Nebenfolgen in der Trassenfestlegung erinnert der Gemeinnützige Verein pro grün Bielefeld an die Wertigkeit des Grünen Stadtrings:

  • Oberbürgermeister Schwickert betonte am 2.6.1985 in der Kunsthalle: „Bäumepflanzen ist wohl eine der sinnvollsten Tätigkeiten, die der Mensch ausüben könne“ und berief sich dabei auf Martin Luther. „Heute seien gewisse Schädigungen offensichtlich – nicht nur für das Stadtbild, sondern auch für das Wohlgefühl der Bewohner und die Lebensfähigkeit der Stadt. Hier sei ein Umdenken notwendig.“ (NW vom 3.6.1985)
  • Die Firma Seidensticker schreibt am 5.9.1985 an den OB: „Symbolisch möchten wir für jeden unserer 122 Auszubildenden einen Lindenbaum stiften, um damit den Glauben an eine positive Zukunft unserer Jugend zu dokumentieren. Gleichzeitig soll dies ein Dankesgruß sein an die Stadt, in der wir arbeiten und leben.“
  • Das Evangelische Jugendpfarramt Bielefeld schreibt am 24.10.1985: „Wir haben Ihnen DM 300 für zwei Bäume überwiesen. Diesen Betrag haben ehrenamtliche Mitarbeiter auf dem Mitarbeitertag der Ev. Jugend Bielefeld gesammelt, um ihren Beitrag an dieser Stelle für die Schöpfung zu leisten.“
  • Die Firma Böllhoff schreibt am 21.10.1985 an den OB: „Bäume pflanzen bedeutet nicht nur die Sorge für Verschönerung, für besseren Sauerstoff, sondern bedeutet auch symbolisch den Glauben an die Zukunft. Dass die Stadt auch dafür Zeichen setzt, welche hoffentlich noch in vielen Jahren davon zeugen, dass unsere Generation gegen viel Miesmacherei eine Perspektive sieht, wenn wir nur selbst etwas tun, finden wir sehr erfreulich und unterstützenswert. – Wir möchten uns der Tat der Firma Seidensticker anschließen. Wir haben derzeit 41 Lehrlinge, welche uns überwiegend viel Freude machen. Jedem einzelnen wollen wir 1 Baum widmen und unterrichten. – Ihnen und dem ganzen Rat möchten wir bei dieser Gelegenheit für Ihre Arbeit danken … Das Ziel scheint uns erreichbar: Bielefeld, die grüne und wirtschaftsfreundliche Großstadt am Teutoburger Wald.“

Von der Weltfirma bis zum einzelnen Rentner wurden weit über 250 Linden gespendet; die Namen sind in einem großen Buch im Stadtarchiv dokumentiert. Einige Wunden aus der stadtplanerischen Vergangenheit sind damit geheilt. Fast alle Bäume sind gut angegangen, der „Grüne Stadtring“ lebt, das Altstadt-Hufeisen hat wieder ein Gesicht.

1Auf keinen Fall sollte also der Mittelstreifen für die Trasse beansprucht werden. Die Stadtbahn könnte – überfahrbar – rechts und links am Fahrbahnrad verkehren, der Ein- und Ausstieg wäre dadurch erleichtert. Ein kleineres Problem ist die Rückverschwenkung ab Adenauer-Platz Richtung Brackwede; ein größeres Problem ist der Umstieg am Jahnplatz zu den anderen Linien ohne Behinderung der Fußgängerüberwege.

www.zukunftmobielefeld.de
pro grün fordert mehr Bürgerbeteiligung
Pressegespräch am 23.02.2012

››› PDF
›"Pressegespräch zur Partizipation 23.02.12"‹


›NW-Artikel "Kümmerer für mehr Demokratie"‹

›NW-Artikel "Bürgerbeteiligung ist Chefsache" - Kommentar von Lothar Schmalen

›WB-Artikel "Es geht immer nur um Machtfragen - "Pro Grün" möchte mehr Bürgermitsprache bei Projekten wie dem Shopping-Center"‹


Jenear Würfel
pro grün will die Platanenallee an der Hammer Mühle retten

›NW-Artikel "Platanen-Allee soll für Kanal geopfert werden"‹

›NW-Artikel "Platanen-Allee in Gefahr"‹

›NW-Artikel "Platanen: Politiker müssen entscheiden"‹

›NW-Artikel "Politiker entscheiden über Zukunft der Platanen"‹

›WB-Artikel "Stadt will 35 Bäume fällen"‹

›WB-Artikel "Die Politik hat das letzte Wort"‹

›"Platanen im Jenaer Würfel - Vortrag von Prof. Dr. Tilman Rohde-Jüchtern"‹
Der Weg zur Bürgerdemokratie
Am 25. Februar 2011 veranstaltete pro grün eine Podiumsdiskussion zum Thema "Bürgerbeteiligung in Bielefeld". Über 200 Gäste kamen in die Ravensberger Spinnerei und diskutierten lebhaft mit. Bielefelder Politiker, die pro grün eingeladen hatte, blieben bis auf wenige Ausnahmen der Veranstaltung fern - eine vertane Chance. Sie hätten erlebt, wie viel Druck auf dem Kessel ist und dass es verärgerte Menschen nicht nur in Stuttgart gibt. Peter Conradi, einer der Wortführer am Runden Tisch in Stuttgart, war als Hauptredner nach Bielefeld gekommen. Als Medienpartner konnte pro grün die Neue Westfälische gewinnen. ››› PDF
›Bielefeld 21 – reden wir früher ?!‹


›NW-Artikel "Der Weg zur Bürgerdemokratie"‹


››› zum Filmbericht
Schloßhof Aufgeschreckt durch Pressemeldungen, nach denen der "Schloßhof" im "Alten Bielefelder Westen" nach dem Eigentümerwechsel für einen Gaststättenneubau abgerissen werden soll, schloss sich pro grün dem "Aktionsbündnis Schloßhof" an mit dem Ziel, eine bauliche Lösung im Rahmen des Bestandsschutzes zu erreichen und wesentliche Teile des Schloßhofes unter Denkmalschutz zu stellen, um so diesen wichtigen Geschichtsort und Ort der Erinnerung zu bewahen und ihn in eine aktualisierte Nutzung zu integrieren. ››› siehe PDF

Bielefeld, 27.03.2015

Strothbachwald - Gewerbe oder Naturschutz? pro grün e.v. fordert Politiker auf, zu den eigenen Ratsbeschlüssen zu stehen.

Vor wenigen Tagen hat sich der Rat der Stadt Bielefeld zum Schutz des Strothbachwaldes in Sennestadt bekannt. Die Debatte war hitzig und aufgeladen. Das überrascht bei der Bedeutung des Themas nicht. Erstaunlich ist schon eher das peinlich schlechte Gedächtnis einiger Oppositionspolitikerinnen und -politiker aus CDU, BfB und FDP. Deshalb hat pro grün die 21 Jahre alten Beschlüsse zum Landschaftsplan Senne recherchiert. Der Satzungsbeschluss zum Landschaftsplan Senne bildet die Grundlage für das Naturschutzgebiet Strothbachwald.

Der Landschaftsplan Senne wurde am 16. Juni 1994 vom Rat der Stadt Bielefeld beschlossen. Die damalige Ratsmehrheit wurde von CDU, BfB und FDP gebildet.

Das Naturschutzgebiet Strothbachwald ist mithin das Produkt der damals bürgerlichen Ratsmehrheit!

Wirtschaftsdezernent war übrigens zum damaligen Zeitpunkt Rainer Ludwig, der heutige Vorsitzende der BfB. Ludwig hätte sich 1994 durchaus - auch in öffentlicher Sitzung - gegen das Naturschutzgebiet aussprechen können. Die Gemeindeordnung NRW gibt Wahlbeamten hierzu ausdrücklich die Möglichkeit. Rainer Ludwig jedoch hat in seiner Funktion die Ratsvorlage des damaligen Oberstadtdirektors Dr. Volker Hausmann, die den Naturschutzvorschlag für den Strothbachwald enthielt, mitgetragen.

Noch ein Wort zum Verhalten der Fa. Wahl & Co:

Bereits Ende der 80er Jahre, als die Firma sich am jetzigen Standort ansiedeln wollte, gab es öffentlich diskutierte starke Zweifel an der Eignung des Areals für eine Spedition. Schon damals war der Strothbachwald, und die durch diesen Wald eingeschränkte Expansionsmöglichkeit, ein zentrales Thema. Spätestens seit der Naturschutzausweisung und dem Ratsbeschluss vor 21 Jahren wusste das Unternehmen detailliert um den ökologischen Wert des Waldes, der damit als Expansionsfläche nicht mehr zur Verfügung stand.

Als der Ehrenvorsitzende von pro grün, Dietmar Stratenwerth, im Jahr 2011 von Plänen des Unternehmens Wahl & Co. erfuhr, einen LKW-Abstellplatz in einen Randstreifen des Strothbachwaldes zu bauen, ließ er mit Unterstützung der „Stiftung für die Natur Ravensberg“ die Sachlage ausführlich untersuchen und untermauerte erneut den Schutzstatus und die Schutzwürdigkeit des Strothbachwaldes. Das Untersuchungsergebnis, eine 13-seitige Dokumentation, hat er schriftlich der Unternehmensleitung überreicht und im persönlichen Gespräch dem Unternehmensvorstand erläutert. Gesprächszeuge war Prof. Dr. Roland Sossinka (BUND). Beide warnten Wahl & Co. ausdrücklich vor den Erweiterungsplänen und möglichen fehlgeleiteten Investitionen. Wahl & Co. schlug diese Warnungen in den Wind. Insoweit hat das Unternehmen seine jetzige Situation selbst aktiv herbeigeführt.

Die zurzeit seitens interessierter Politik- und Wirtschaftskreise öffentlich vertretene Einschätzung, bei dem Streit um den Strothbachwald handele es sich um eine Entscheidung zwischen kompromisslosem Naturschutz und dem wirtschaftlichen Überleben eines wichtigen Arbeitgebers ist schlicht falsch. Es geht vielmehr um die Frage, ob ein Wirtschaftsbetrieb die Konsequenzen seiner freien unternehmerischen Entscheidung tragen muss, oder ob er die Auswirkungen von Fehlentscheidungen auf die Allgemeinheit, in diesem Fall auf die Natur abwälzen kann. Naturschutzgesetze und Schutzgebietsausweisungen können ihre Aufgaben nur erfüllen, wenn sie für alle Seiten langfristig verlässlich und bindend sind. Wer Naturschutzgebiete als frei verfügbaren Planungsreserven nutzen will, deren Schutzstatus man einfach aufheben kann, um die Folgen einzelner unternehmerischer Fehlentscheidungen auszubügeln, handelt fahrlässig und gesetzeswidrig.

Ein Ratsbeschluss – egal zu welchem Thema - ist die wichtigste Gestaltungsmöglichkeit der Kommunalpolitik. Politikerinnen und Politiker degradieren im aktuellen Fall einen Ratsbeschluss zu einer unbedeutenden kurzlebigen Willensbekundung, wenn sie beim Strothbachwald sogar den eigenen Ratsbeschluss nach Belieben zu wertloser Makulatur erklären. Ein fatales Signal – nicht nur für den Naturschutz in Bielefeld.

Michael Blaschke
für den pro grün Vorstand

Strothbachwald: unersetzlich! Zusammen mit den Bielefelder Umweltverbänden und anderen Vereinen engagiert sich pro grün e.V. für den Schutz des Strothbachwaldes in der Senne. Das Naturschutzgebiet soll einer Spedition weichen, die dort ihr Betriebsgelände erweitern will. Das von dem Unternehmen vorgelegte Gutachten strotzt vor Fehlern. Bereits vor über 10 Jahren hatte pro grün e.V. gewarnt, dass die Ansiedlung einer Spedition an dieser Stelle langfristig zu Konflikten führen wird. Jetzt bestätigen sich die Befürchtungen. Die Umweltverbände fordern von der Stadt Bielefeld, das kommunale Waldgrundstück nicht an die Spedition zu verkaufen. ››› PDF ›Gemeinsame Erklärung der Verbände‹

›Kritik des Gutachtens‹

›Artikel Westfalenblatt‹

›Artikel Neue Westfälische‹
Kommunalwahl 2009 Wie umweltfreundlich sind unsere Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters? Auf Initiative von pro grün laden die vier Bielefelder Umweltverbände anlässlich der Kommunalwahl zu einem großen Gespräch mit der Kandidatin/den Kandidaten für das Amt des Bielefelder Oberbürgermeisters ein. Am 3. Juni kommen über 200 Bielefelder in die Ravensberger Spinnerei und diskutieren engagiert unter der Leitung eines professionellen Moderators. Als größtes Naturschutzproblem der Stadt wird an diesem Abend der ungezügelte Flächenverbrauch gesehen. Da ist Handlungsbedarf!
Lange Lage Mit einem Plan B sorgt pro grün für viel Diskussion in der Bielefelder Öffentlichkeit. Universität und Fachhochschule wollen in einem unbebauten Grüngürtel Landschaft verbrauchen, um mit neuen Gebäuden zu wachsen. Dass die Bielefelder Hochschulen expandieren begrüßt pro grün. Allerdings wurde in den Plänen nicht einmal geprüft, ob das Wachstum nicht auch auf vorhandenen Flächen, ohne zusätzlichen Landschaftsverbrauch möglich ist. Dieses Planen auf der grünen Wiese ohne an Alternativen zu denken darf es in einer Zeit, in der der Landschaftsverbrauch auch nach der Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel eines der wichtigsten Probleme ist, nicht geben. Darum hat pro grün den Plan B entwickelt. Der zeigt, wie das Denken in Alternativen funktioniert. ››› siehe PDF
Offenlegung der Lutter Auf einer alten Postkarte im Stadtarchiv entdeckten wir die Unterschrift ›Bielefeld – Das Venedig des Nordens‹.
Die Lutter war also nicht nur ein ökologisches Thema als Fließgewässer. Die Lutter war vielmehr früher einmal stadtbildprägend gewesen. • Wir haben recherchiert und geprüft, ob die Lutter wieder aus den ›modernen‹ unterirdischen Kanalrohren befreit werden könnte. Die Initiative fand große Resonanz (abgesehen von einigen bekannten Berufsnörglern, die vor Ratten, Müll und toten Kindern warnten) und es gründete sich der Verein ›Pro Lutter‹. Es wurde Geld gesammelt, um den Eigenanteil der Stadt für eine Landesförderung der Maßnahme zu finanzieren. • Heute gurgelt die Lutter vor dem Gymnasium am Waldhof und erfreut Schüler, Kinder und Bürger; die Planungen für eine weitere Freilegung in der Ravensberger Straße laufen zur Zeit. Am Ende wird es ein blaues Band der Lutter von der Stadtmitte bis in die Außenbezirke zu den drei großen Stauteichen geben, zu Fuß oder mit dem Rad kann man ein Juwel in unserer Stadt wieder entdecken. ››› PDF ›Lust auf Lutter‹

Stellungnahme zum Hochhausprojekt Adenauerplatz

Am Adenauerplatz in Bielefeld möchte ein Investor ein Hochhaus errichten. Stockwerke: 12. Höhe: 36,86 m.
Der Rat der Stadt (bzw. UStA) hat einen Aufstellungsbeschluss für eine ››vorhabenbezogene Änderung‹‹ des Bebauungsplans gefasst. Irgendwann im Sommer wird im Rat endgültig beschlossen.
Die Bürger wurden - wie vorgeschrieben - von der Verwaltung frühzeitig informiert (20.3.2003). Um die dreißig Personen waren gekommen, ››ist ja sowieso schon beschlossene Sache‹‹. Bis auf einen Redner waren alle strikt dagegen. Zuvor schon viele in Leserbriefen. Und einhellig im Beirat für Stadtgestaltung.
Eine richtige Debatte hatte es in der Öffentlichkeit aber nicht gegeben. Einige bürgerliche Vereine luden deshalb am 10.4.2003 ein in die Kunsthalle zu einem Kolloquium.
Für die Befürworter sprach Bezirksvorsteher Horst Grube, für die Gegner sprach der ehemalige Leiter des Planungsamtes Roland Seredszun. Der Baudezernent und der jetzige Leiter des Planungsamtes waren nicht unter den Zuhörern, dafür aber ca. hundert engagierte Bürger, mit vielen Beiträgen.

››› PDF ›Turmbau zu B.?‹

Die Lebensqualität von Bielefeld gründet sich wesentlich auf das innerstädtische Grün: Der Naturpark Teutoburger Wald quer durch die Stadt und das geliebte Grünzugsystem. Aber es gibt im Stadtgebiet auch viele benachteiligte Quartiere mit wenig Grün und ohne öffentliche Räume für Ruhe, Erholung, Begegnung. Typischerweise sind dies oft die Viertel mit altem Gewerbe und Brachen in außerstädtischem Besitz (Firmen, Bund, Bahn o.a.).

Zuweilen öffnet sich aber gerade hier das Fenster für eine überraschende Chance. Wenn eine Firma aufgibt oder wegzieht, wenn eine Kaserne überflüssig geworden ist, wird über Folgenutzungen nachgedacht. Im allgemeinen übergibt man die Aufgabe an professionelle Entwickler oder Investoren; diese suchen aber wesensgemäß nach Lösungen mit Rendite.

Pro Grün hat sich in seiner über 25-jährigen Geschichte immer wieder darum bemüht, auf die Chancen und Zeitfenster für das öffentliche Grün im Ensemble mit wertvolleer Bausubstanz aufmerksam zu machen. Und es ist an vielen Stellen in der Stadt gelungen, im Zusammenwirken von engagierten Bürgern, Politik, Verwaltung und Anliegern zu schönen Erfolgen zu kommen - heute zumeist Schmuckstücke, ohne die die Stadt ärmer wäre, ohne es überhaupt zu wissen.

Diesmal geht es um die gemeinsame Idee von pro grün e.V. und der Fördergesellschaft der Fachhochschule Bielefeld e.V., aus dem teilweise noch düsteren Areal von ehemaliger Richmond-Kaserne und eingeschlossenen Freiflächen einer öffentlich zugänglichen Campus zu machen, als eine grüne und lebendige Insel im benachteiligten ›V. Kanton‹ zwischen Heeper und Herforder Straße.

Wir empfehlen diese Idee der besonderen Aufmerksamkeit der Politik und Verwaltung in Stadt und Land auch der interessierten Anlieger der künftigen Grünen Insel.

Bielefeld im Februar 2000

››› PDF ›Grüne Insel - Alte Richmond Kaserne‹
Haller Willem Pro Grün arbeitet gerne mit anderen Initiativen zusammen, man hilft mit Geld oder Ideen oder Überzeugungsarbeit.
So war es auch bei der Revitalisierung des ›Haller Willems‹. Die Bundsbahn hatte diese alte Regionalbahn jahrelang verkommen lassen, die Gleise zwischen Bad Rothenfelde nach Osnabrück waren bereits unbefahrbar, die Trasse sollte dringend sterben. Die Gelegenheit der Expo 2000 wurde genutzt, um die Trasse zu ertüchtigen und nach Osnabrück wieder zu eröffnen. Die Züge wurden neu beschafft, die Nordwestbahn betreibt die Strecke wieder gewinnbringend und komfortabel. Die Region hat wieder einen Zusammenhalt auch ohne Stau und Straße.



Übrigens: Man kann noch heute die alten Bahnhöfe von früheren Bahnen um Bielefeld herum sehen, als Baudenkmal wie in Schildesche, als Lokal wie in Jöllenbeck, als Bistro und Lagerraum in Werther etc. Vielleicht kommen wir per Stadtbahn auf einigen Strecken dahin, wo wir schon mal waren ...
Biologie-Station Olderdissen Schön war es, als das Arbeitsamt Initiativen förderte, die ›zusätzlich‹ zum ersten Arbeitsmarkt waren.
Die Einrichtung einer Biologie-Station mit einem Klassenraum und mit einer ausgebildeten Biologielehrerin und Verhaltensforscherin war über mehrere Jahre ein attraktiver Ort für Schüler und Bürger. Unvergesslich wird es für viele Besucher sein, das Verhalten z.B. der Wölfe zu lesen und zu verstehen, wo man sonst nur die Tiere selbst liegen oder laufen sieht. »Man sieht nur, was man weiß«, soll Goethe gesagt haben (das stimmt auf jeden Fall; allerdings kann man auch etwas sehen lernen, was man noch nicht weiß).
Grüner Stadtring Bielefeld war einmal – wie viele alte Städte in Deutschland – eine mittelalterliche Stadt, mit Altstadt und Neustadt und Burg und Wällen und Gräben.
Dann kamen die Bombennächte und später die Bagger und Straßenbauer und die Stadt hatte nur noch wenige unverwechselbare Orte, wie z.B. die Sparrenburg. Der alte Grundriss mit den Wallanlagen ist aber noch zu erkennen, z.B. am sogenannten ›Hufeisen‹ um die ehemalige Altstadt.



Der Leiter der Kunsthalle Ulrich Weisner hatte die Idee, diese alten Wälle trotz Asphalt wieder sichtbar zu machen, mit durchgehenden Baumreihen, wie es Joseph Beuys mit der Aktion ›Stadtverwaldung‹ zur ›documenta‹ in Kassel vorgemacht hatte. Pro Grün kümmerte sich um die Spender und legte ein großes Lederalbum im Stadtarchiv auf, in dem die Spender aufgeschrieben stehen – z.B. eine Reihe von Firmen, die für jeden ihrer Lehrlinge einen Baum spendeten. Heute sind die jungen Bäume schon sehr ansehnlich, und man mag sich gar nicht mehr vorstellen, dass hier einmal nur wilde Parkplätze auf Restflächen waren, direkt um die Altstadt.
Bielefelder Höfekalender Das kulturelle Erbe der Umgegend von Bielefeld ist sehr ansehnlich, z.B. die Höfe im Ravensberger Hügelland und in der Senne, aber auch die Kotten im Teutoburger Wald und die großen Höfe am ehemaligen Stadtrand.
Einige Höfe gibt es noch heute, aber viele sind verschwunden. Z.B. hat der Voltmannshof im Westen der Stadt seine Flächen für die neue Universität hergegeben, aber der Hof selbst ist mit neuer Nutzung erhalten geblieben. Auch der alte Hof Meyer zu Jerrendorf hat seine Flächen vor Jahrzehnten hergegeben für einen damals geplanten See, aber die Hofstelle selbst gibt es noch heute, für Reiter. Andere Höfe wurden dagegen abgerissen, als man in Jöllenbeck an der Stadtgrenze einen Flughafen plante – „mit sofortiger Vollziehbarkeit“, damit es keine Hindernisse mehr gab. Die Häuser sind nun weg, einen Flughafen gibt es aber hier nicht. Der Kalender zeigt eine Reihe von Fällen, zu Rettung und Verlust unseres kulturellen Erbes.
Bielefelder Abrisskalender Die alte Ravensberger Spinnerei wurde seinerzeit von der Stadt gekauft, um sie abzureißen für ein Straßenkreuz; ohne diese neue Kreuzung sollte der Verkehr zusammenbrechen, meinte die Planungsbehörde und die Ratsmehrheit damals.
Die Bürger liefen Sturm und organisierten sich in einem Förderkreis mit vielen „Promis“ und in letzter Minute konnte das Fabrikschloss gerettet werden. Sie ist heute eines der wenigen Juwelen der Stadtgestalt und wird intensiv genutzt durch die Volkshochschule und eines der schönsten Kinos von Deutschland. Die Geschichte der Rettung ist exemplarisch für viele andere Fälle; aber es hat sich in Bielefeld gezeigt, dass jeder Fall neu behandelt werden muss, immer wieder von Anfang. Kooperatives Lernen aus Erfahrungen scheint sehr schwer zu sein. Der Kalender verschafft ein Wechselbad der Gefühle: Wie schön war unsere Stadt an vielen Ecken, was ist alles leichthin abgerissen worden, wie schön, dass manches doch gerettet werden konnte! Man sollte mal eine Fotomontage machen ohne diese Rettungen – es wäre vermutlich ein Desaster, wenn man noch einen Funken Ästhetik und Kreativität in sich spürt.
Piderits Bleiche Wieder mal eine alte Fabrik, in Bauweise und Gestalt eine stolze Zeugin der Vergangenheit.
Aber sie soll abgerissen werden, weil es keinen Nachnutzer gibt. Angeblich. Die Devise von Pro Grün ist immer mal wieder: „Wir kennen auch keinen Nachnutzer, aber wir werden einen finden.“ – Der alte Ortsheimatpfleger Neumann hatte sich die Finger wund geschrieben, er hatte keine Chance. Pro Grün kennt aber viele Menschen und diese kennen wieder viele Menschen. Und so ist heute die alte Fabrik in der Senne Heimat für kreative Büros. „Loft“ nennt man modisch solche Räumlichkeiten, die in der Innenstadt auch für das Wohnen hoch attraktiv sein können.
CVJM-Heim Eine Kirchengemeinde baut sich ein neues Gemeindehaus, modern, gesichtslos, funktional.
Damit ist das alte Gemeindehaus überflüssig geworden, ›abgängig‹ nennen das manche Fachleute. Man kann es auch ›abgängig‹ machen, durch bewusste Verwahrlosung und Erzeugung von Sachzwängen. Wieder musste gegen einen Eigentümer, diesmal die Kirche, Sturm gelaufen werden. Pro Grün musste auch aktiv helfen, einen Investor zu finden und diesen rechtlich und im Verfahren zu stärken. Ein stadtviertelprägendes Gebäude, heute u.a. genutzt als Kita und als alternatives Theater, ist erhalten geblieben. Kaum vorzustellen, wenn es verschwunden wäre und irgendein Investor hier freie Hand erhalten hätte, für irgendein gesichtsloses Altenheim vermutlich.

Galerie Rodin Am Nebelswall in der Fluchtlinie des Ratsgymnasiums gibt es eine Reihe wertvoller Einzelhäuser, im Kontext mit der alten friederizianischen Kaserne durchaus als Ensemble zu bezeichnen.
Ein leitender Beamter der Stadt hatte die Idee, hier ein (verwahrlostes) klassizistisches Haus abzureißen und an dieser Stelle eine Parkplatzzufahrt zu schaffen. Es handelte sich um ein sogenanntes Geschäft der laufenden Verwaltung, niemand in der Öffentlichkeit hätte vorher davon erfahren; die Bagger waren tatsächlich schon bestellt, sie hätten allenfalls einen Tag für ihr Werk gebraucht. Pro Grün erfuhr davon auf eigenen Kanälen und schaffte es in Stunden, das Zerstörungswerk zu stoppen. Der Parkplatz hat eine andere Zufahrt bekommen. Das Haus ist wunderschön restauriert, sucht allerdings wieder einen neuen Nutzer; mehrere gastronomische Versuche und Galerien mussten wieder aufgeben, allerdings nicht wegen des Hauses.


Teutoburger Waldheim Am Rand des Teutoburger Waldes liegt ein großes Jugendstilgebäude, das lange Zeit als Sanatorium und Klinik genutzt worden war.
Das städtische Krankenhaus brauchte das Haus nicht mehr und wollte es abreißen. Aber zugleich handelt es sich um ein kulturelles Erbe, fast wie im Zauberberg. Die Stadt wollte das Gebäude los werden, aber nicht als Kulturbanausin erscheinen; sie überließ es deshalb jahrelang alternativen Nutzern aus der Punkszene und anderen. Pro Grün sicherte das Gebäude dadurch, dass es der westfälische Denkmalschutz unter Schutz stellte. Nach langer Suche und wiederum in einer Phase des bewussten und gewollten Verfalls fand sich ein Investor, der hier ein Ensemble für edles Wohnen in privilegierte Lage schuf. In einem ähnlichen Konzept wird auch die alte Jugendherberge am Rand des Teutoburger Waldes neu genutzt. Man darf hier wohnen, wo sonst planerisch ein Tabu herrscht und dafür erhält man ein wertvolles Gebäude mit privatem Kapital – eine win-win-Situation, meint Pro Grün.
Raspi Die alte Ravensberger Spinnerei war das erste große Projekt mit Pro Grün, in einer großen bürgerschaftlichen Anstrengung.
Man stelle sich vor, andere Städte würden ihre Schlösser oder Parks als Planungsreserve für eine autogerechte Stadt nutzen – wie sähe es dann in Deutschland aus? Man käme gut mit dem Auto durch ein Quartier, wo man freilich heute auch so gut zurecht kommt... – Die Geschichte der Ravensberger Spinnerei ist oft erzählt worden (vgl. auch Projekt „Abrisskalender“). Kurz vor dem Ende des großen Streits entschied sich die Mehrheit im Rat, das Gebäude zu erhalten, aber das Straßenkreuz in einem Trog durch den Park zu führen, unter der schlechten Parole eines „Kompromisses“. Manchmal darf es aber keinen Kompromiss geben. Und so stand ganz am Ende des Streits dann die Rettung im Ganzen und der Deutsche Preis für Denkmalschutz.
 
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